Ausstellungen 2014



09.05.               Kontrapunkte, CRAFTkontor, Bad Godesberg (D)
12.09. - 14.09. Offene Ateliers im Quartier am Hafen, Poller Kirchweg 78-90, 51105 Köln (D)
12. September 17-21 Uhr
13. September 14-18 Uhr
14. September 14-18 Uhr
27.09. - 28.09. StationAngewandteKunst, Raketenstation Hombroich 32, 41472 Neuss-Holzheim (D)
22.10. - 03.11. Ishikawa International Urushi Exhibition, Kanazawa (J)
urushi Lackkunst: BAS Holz, urushi schwarz hochglänzend auspoliert, Überzug von bläulich pigmentiertem urushi auf Blattsilber. 57cm x 57cm x 1,8cm

Vor einem schwarzen glänzenden Hintergrund ergänzen sich dicht aneinander gefügte unregelmäßige bläuliche Felder auf einem Grund aus Blattsilber zu einem zentralen, aus der Mitte verschobenen Bildmotiv. Das Quadrat des Bildformats erscheint zunächst als nach außen hin scharf abgegrenzte hochglänzende schwarze Fläche. Diese neutrale Umrahmung, die das Bildfeld umschließt, ist in klassischer Manier in auspoliertem Lackschwarz angelegt. Mit tiefer weicher Brillanz spiegelt sie die Umgebung detailliert wieder und bezieht das Gegenüber dabei mit ein.
Die Arbeit lebt von einem auffälligen Gegensatz. Der traditionelle Umgang mit dem Lack, der durch ein streng kontrolliertes Vorgehen Perfektion anstrebt, trifft mit einer Arbeitsweise zusammen, die die Ungenauigkeit und Arbeitsspuren des Werkzeugs zulässt und sie als Reihung festhält.
Die Konturen des zentralen Bildfeldes zeigen keine gradlinige Abgrenzung. Der Farbwechsel von schwarz zu blau und der gedämpft silberne Schimmer markieren im Zentrum deutlich ein anderes Element, das das quadratische Format wieder aufnimmt. Die Strenge und Perfektion des Lacks löst sich in der Anordnung der aus dem Raster geratenen Blattsilberquadrate auf. Diese überlagern sich teilweise, an anderer Stelle geben sie ein feines schwarzes Fugenbild frei.
In der darüber liegenden blauen ‹bermalung ist das übergreifende Quadrat schon stark verformt. Die mal hauchdünn nur zart bläulich schimmernden, mal in kräftig deckendem Blau fast schwarz aussehenden Teilflächen, wirken in ihrer Uneinheitlichkeit sehr verschieden. Es gibt keine zwei Felder, die wirklich identisch sind - und doch bilden sie gemeinsam eine Einheit.
Die Summe der blau übermalten Felder zeugt von einer zufälligen Unregelmäßigkeit, die den Ductus des Entstehungsprozesses einfängt. Die Reihung der Quadrate ist ein Abbild davon, dass der immer auf gleiche Weise wiederholte Vorgang, den blau pigmentierten Lack mit dem Spachtel dünn aufzuziehen, immer wieder anders ausfällt. Je nach Druck auf das Werkzeug entstehen unterschiedliche Tönungen. Wenn ein abgelöstes Partikel Blattsilber im Blau eine feine silberne Spur freischiebt, oder ein leichtes Flattern in der Hand ein sanftes Wellenmuster erzeugt, entsteht ein anderes Bild. Der Vorgang ist immer wieder der gleiche, aber das Ergebnis ist höchst unterschiedlich.